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Testbericht InfiRay Xeye CL42

Praxisbericht von einem Wärmebildvorsatzgerät in Kombination mit einer Drückjagd-Optik.

Das Xeye CL42

Smart, leistungsstark und das zu einem genialen Preis.
Dieses Mal habe ich das Infiray Xeye CL42 getestet. In Kombination mit einem Minox Allrounder 1-5×24.
Wieso ich ein 1-5×24 gewählt habe?
Die Technik macht es möglich, weg von großen schweren Gläsern zu kommen.
Da ich mit der Wärmebildtechnik ausschließlich Sauen bei Nacht bejage, ist dies für mich mein Mittel der Wahl.
Das kleine Drückjagdzielfernrohr hat jedoch nicht nur den Vorteil der Gewichtseinsparung, auch die Bedienelemente des Xeye CL42 sind einfacher zu erreichen.
Kurze Fakten zum Gerät
  • Kleines kompaktes jedoch leistungsstarkes Gerät
  • Intuitive Bedienung
  • Keine unnötig vielen Knöpfe
  • Lediglich 3 Bedienknöpfe auf der Oberseite des Gerätes
Durch kurzes bzw. längeres Drücken gelangt man zu den jeweiligen Optionen bzw. ins Menü. Die einzelnen Funktionen der Knöpfe sind übersichtlich im Handbuch dargestellt.
Auch die Treffpunktkorrektur lässt sich so durch drücken von 2 Knöpfen einfach öffnen und durchführen.
Bereits nach wenigen Minuten kommt man mit dem Gerät super klar. Das Handling ist quasi absolut simpel.
Das scharf stellen per „Drehring“ welcher vorn am Gerät angebracht ist, war anfangs etwas schwergängig. Deswegen habe ich diesen einfach ein paar mal im unmontierten Zustand bewegt. So ist das „Problem“ im Handumdrehen gelöst. Diese Kritik ist jedoch “nörgeln” auf hohem Niveau.
Nach dem ich mit dem Gerät vertraut war, ging es ins Revier. Auf 100m habe ich ein Thermopad auf die Scheibe geklebt, das Gerät ausgerichtet und geschossen.
Der erste Schuss saß sofort auf dem Pad, jedoch am unteren Rand. Aus diesem Grund habe ich ein Click nach oben korrigiert und weitere 2 Schuss abgegeben.
Diese saßen für mich jagdlich absolut passend.
(Nach dem ersten Schuss neues Pad aufgeklebt sowie den ersten Schuss abgeklebt)
Nach dem ich nun mit der Handhabe vertraut war und die Waffe in Kombination mit dem Gerät schießt, habe ich ein kleines Klebepflaster über Gerät und Zielfernrohr geklebt und dann vorsichtig durchtrennt. Somit habe ich auch wenn ich das Gerät demontiere immer die selbe Klemmposition des Geräts und umgehe somit die Schussabweichung, welche durch schiefes montieren des Xeye CL42 entstehen kann.
Jagdlicher Alltag
Am selben Abend ging es dann auch direkt raus ins Revier. Auf einer Waldwiese fand ich gegen 2 Uhr eine Rotte Überläufer. Nach einer kurzen Pirsch war ich nah genug ran. Schnell war klar, kein führendes Stück. Über den Schießstock trug ich den Schuss auf ca 60m an. Der Schuss saß sauber in der Kammer und das Stück verendete nach ca 10m Flucht auf der Wiese.
Überrascht hat mich das saubere klare Bild. Die Details waren super zu erkennen und ein sicherer Schuss möglich.
Mit welcher Farbpalette und Helligkeit man schießt, muss man für sich selbst herausfinden. Hier hat wohl jeder eine andere Vorliebe. Ich nutze gerne eine etwas niedrigere Helligkeitsstufe sowie die Einstellung White Hot.
Der erste Ausgang war also ein voller Erfolg.
Ein paar Tage später schickte mir die Kamera 21 Uhr Bilder von acht Überläufern auf der Kirrung. Da ich direkt im Revier wohne, war ich ca 10 min später vor Ort.
Sofort war klar, acht männliche Stücke. Ich suchte mir das kleinste Stück heraus, konnte jedoch nicht schießen. Im Zielfernrohr erkannte ich, dass ein Buchenast in der Flugbahn des Geschosses hing. Also positionierte ich mich noch einmal neu und der Schuss brach. Der 40 kg schwere Überläufer lag im Knall.
Was ich damit sagen möchte, der Mythos das man mit dem Wärmebildvorsatz keine Hindernisse in der Flugbahn erkennt, hält sich hartnäckig. Ich persönlich kann diesen jedoch nicht bestätigen. Ich persönlich bin noch nie in Versuchung gekommen, einen Schuss abzugeben, wo es die Vegetation nicht zulässt.

Nach den beiden Stücken folgten noch viele weitere Ansitze und auch noch einige weitere Sauen.
Was mir persönlich auch sehr positiv aufgefallen ist, nach dem Schuss findet man sowohl das beschossene Stück als auch den Rest der Rotte bedeutend schneller. Somit ergibt sich gegebenenfalls noch eine zweite Chance auf einen weiteren Schuss. Mit einem Nachtsichtvorsatz finde ich es bedeutend schwieriger, das Stück oder die Rotte im Auge zu behalten.
Fazit:
Ich bin von dem Gerät absolut begeistert. Die Kombination aus Leistung, Kompaktheit und Preis ist für mich fast unschlagbar.
Auch die Treffpunktgenauigkeit ist für mich ein großer Aspekt. Auch hier hat mich das Gerät noch nie im Stich gelassen. Ich persönlich lasse das Gerät dauerhaft auf meinem Zielfernrohr, da ich diese Kombination ausschließlich für die Schwarzwildjagd nutze. Ich habe jedoch den Versuch gemacht und habe das Gerät abgenommen und neu montiert. Auch hier hat der Schuss dort gesessen, wo er sollte.
Wirkliche Kritikpunkte finde ich kaum. Auch das in Foren oft angesprochene Batterie fressen kann ich nicht bestätigen. Ich mache das Wild mit meinem Wärmebildhandgerät aus und schalte das Vorsatzgerät erst kurz vor dem Schuss an. Nach dem Schuss schalte ich es wieder aus. Dadurch ist der Batterieverbrauch extrem gering.
Die Bildqualität überzeugt ebenfalls auf ganzer Linie. Wie bereits erwähnt, ging anfangs jedoch der Fokussierring etwas schwerfällig. Dieses kleine Manko legte sich jedoch sehr schnell.
Ich spreche eine absolute Kaufempfehlung aus.
Ich möchte das Gerät nicht mehr missen. Sicher gibt es Geräte die noch eine bessere Bildqualität vorweisen. Jedoch habe ich auch die anderen Aspekte welche ich genannt habe im Kopf.
Das Verhältnis aus Preis und dem was man bekommt ist einfach genial.

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Testbericht vom InfiRay Xeye CH50 Vorsatzgerät

Neulich rief mich Frank von der Firma Jagdspezi an, ob ich nicht das InfiRay Xeye CH50 Vorsatzgerät im Revier testen möchte, um Ihm meine neutrale Meinung zu diesem Gerät zu geben.

Das traf sich gut, weil wir passend am kommenden Wochenende ins Hunsrückrevier nahe Kastellaun fahren wollten, um den Sauen auf die Schwarte zu rücken.

Ich habe natürlich sofort zugesagt und zwei Tage später war es so weit, Frank hatte mir das Paket geschnürt und sofort zugesendet.

Das Xeye CH50 ist für die meisten Zielfernrohre konzipiert, es unterstützt die 2- und 4-fache digitale Vergrößerung des Bildes, ohne die Zielgenauigkeit zu beeinträchtigen, wenn sie an der Tagesoptik montiert ist. Es ist klein, handlich, ohne viel Schnickschnack und es hat eine Fernbedienung, was das Handling noch einfacher macht.

Auf meiner Sauer 80, Kaliber 7×64, habe ich das variable Glas von DDoptics das Nachtfalke V6 2,5 – 16×42. Das CH50 passte dank dem SmartClip–Adapter sofort auf das Glas.

Dies hat den Vorteil, dass mit der vorhandenen Tagesoptik geschossen werden kann, einschließlich des vorhandenen Absehens und dem eingestellten Augenabstand. Mit dem CH50 Vorsatzgerät kann ich sogar ohne weiteres die variable Vergrößerung des ZF nutzen.

 

 

Auf geht’s. Nach dreistündiger Fahrt endlich an der Hütte angekommen, erwartete uns schon der Jagdaufseher mit der Nachricht, dass die Schweine im Weizen wären.

Also ging es sofort raus ins Revier für die ersten Testschüsse. In 100m auf einer Scheibe ein Wärmepflaster angebracht, kleinste Vergrößerung gewählt (2,5-fach). Eine Nullstellung ist nicht notwendig. Das CH50 mit dem Klemmadapter einfach auf die Tagesoptik montieren und schon kann‘s losgehen

Der erste Schuss saß schon mal recht passabel im Pad. Neues Pad aufgeklebt und danach 3 Schuss in Folge abgegeben. Das Trefferbild konnte sich ohne weiteres sehen lassen. Was will man mehr.

Da ich im Hunsrück überwiegend auf Schwarzwild jage, ging es in der Dämmerung raus ins Revier. Das CH50 war schon auf dem ZF montiert, Akkus waren aufgeladen, etwas Proviant verstaut, Zielstock gepackt und ab gings. Nach kurzer Fahrt querte vor uns eine kleine Rotte den Feldweg zwischen einem Raps- und einem Weizenfeld, um sich dort niederzulassen. Leise raus aus dem Wagen, Waffe durchladen und vorsichtig ans Feld heranpirschen. Dank der schnurlosen Fernbedienung entfiel das Herumtasten am Gerät und ich konnte es aus der Tasche heraus einschalten. Bereits nach wenigen Minuten gewöhnt man sich an die Bedienung und kommt mit dem Gerät super klar. Das Handling ist absolut einfach.

Auf einer Treckerspur im Weizen haben wir die Rotte auf 80 m ausgemacht. Nach kurzem ansprechen war klar, keine führenden Bachen dabei und ich ließ die Kugel fliegen.

Dank dem Ultraklar-Modus konnte ich genau sehen wo die Kugel abgekommen war und die Sau nach kurzer Flucht lag. Auch die übrige Rotte konnte ich weiterhin gut in der Optik sehen, aber zu einem zweiten Schuss reichte es nicht mehr, weil der Bewuchs es nicht zuließ .

Der Schuss saß sauber in der Kammer und der Überläufer verendete nach ca. 10m Flucht auf einer angrenzenden Wiese.

Nachdem ich den Überläufer versorgt hatte, pirschte ich noch an einem kleinen Waldstück entlang. Auf einem unserer Wildäsungsflächen standen mehrere Stücke Schwarzwild. Entfernung ca. 100 m. Bodennebel zog auf, war es doch die letzten Tage sehr warm gewesen, dazu etwas Landregen und schon standen die Sauen im Nebel. Ich dachte schon ans Abbrechen, aber ein Blick durch mein Glas ließ mich verharren. Was war das? Wo war der Nebel? Ich hatte ein klares Bild von der Schneise vor mir, keinerlei Eintrübung, aber eine Rotte Sauen gut sichtbar. Also langsam etwas näher ran, ab und zu ein Blick durch die Optik und die brechenden Sauen waren ganz klar vor mir im Glas zu sehen. Wiederum angestrichen und angesprochen, alles passte, doch halt… was war das? Ein kleiner Zweig war sichtbar im Glas und hätte sicher Probleme bereitet, wenn ich abgedrückt hätte. Also 10 m weiter gepirscht und nun hatte ich ein freies Sicht- und Schussfeld. Kein tragendes oder führendes Stück dabei und so konnte ich ein zweites Mal fliegen lassen. Ganz klarer Kugelschlag war zu hören, aber auch dank dem CH50 im Nebel gut zu sehen.

Die Sau lag im Feuer auf 80 m. Der Schuss hatte die Kammer voll getroffen.

Zwei Stücke Schwarzwild an einem Abend fand ich schon enorm. So konnte es weiter gehen.

Da man mir das erweiterte Batteriefach nebst 2 Ersatzakkus mitgeschickt hatte, hätte ich bis zu 7 Std weiter pirschen können.

 

 

Fazit:

Die Anschaffung des CH50 lohnt sich auf jeden Fall für jeden passionierten Schwarzwildjäger. So ein gestochen scharfes Bild selbst bei Nebel kannte ich bis dato nicht. Ich bin von dem Gerät absolut begeistert. Die Kombination aus Leistung, Kompaktheit und Preis ist für mich fast unschlagbar. Auch der Stromverbrauch hielt sich dank der Erweiterung in Grenzen.

Gruß und Waidmannsheil vom Sebastian aus Wesel

 

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Testbericht Westerwald LEM 35 von Professor Optiken

Da ich vor kurzem Geburtstag hatte, schenkte mir mein Mann das Westerwald LEM 35 Handgerät von Professor Optiken.

Ich wollte schon immer ein Wärmebildgerät haben, aber die meisten Geräte

waren für meine Begriffe doch sehr klobig und schwer. Da hatte mein Mann das LEM 35 beim Jagdspezi in Alsfeld/Hessen gesehen und es für mich gekauft.

Nach dem Auspacken war ich vom Anblick schon sehr überrascht. Es liegt sehr gut in meinen Händen und zu schwer ist es auch nicht.

 

 

Vier Knöpfe machen es zudem sehr bedienerfreundlich. Ich brannte darauf ins Revier zu fahren, um es gleich zu testen. Am Abend war es dann so weit. Wir fuhren raus und ich setzte mich auf eine Kanzel an einem großen Windbruch. Da das Gerät mehrere Farbmodi besitzt, ist für jeden Nutzer bestimmt etwas dabei. Die Abenddämmerung brach an und das erste Schmalreh betrat den Windbruch, gefolgt von einem guten Bock. Wir wollten aber an diesem Abend auf Schwarzwild jagen und somit blieb der Finger erstmal grade. Nachdem ich die einzelnen Modi mal durchgetestet hatte, habe ich mich für Weiß entschieden, kann man damit doch jedes Detail genaustens erkennen. Aber das liegt im Auge des Betrachters. Mit dem integrierten Entfernungsmesser konnte ich exakt die Entfernung messen. Das Schmalreh stand 45m von mir entfernt und der Bock 95m. Beide konnte ich mit dem Lem 35 fotografieren, aber auch in einem kleinen Video festhalten, da das Gerät mit einem Speicher ausgestattet ist. Dank der Wifi Funktion konnte ich die Bilder direkt auf meinem Smartphone speichern und sie via Messenger an meinen Mann schicken, der auch im Revier unterwegs war.

Das Gerät verfügt unter anderem auch über eine Bild in Bild Funktion. Somit konnte ich im ersten Bild den Bock und im zweiten Bild das Schmalreh zeitgleich beobachten.

Plötzlich wurde das Rehwild nervös und sprang ab. Schwarzwild kam aus der Dickung.

Mit dem Gerät konnte man klar erkennen, dass die Leitbache und einige a

 

ndere Schweine tragend waren. Klar und deutlich konnte man die pralle Milchleiste sehen.

Also hieß es auch hier erstmal abwarten. Kurze Zeit später kamen wieder ein Paar Schweine auf den Windbruch, hier konnte man dank dem Gerät klar erkennen, dass es Überläufer waren. Gewehr laden, in Anschlag bringen, noch mal einen kurzen Blick durchs LEM 35 und der Schuss war draußen. Ein Überläufer lag im Knall auf 70m. Die restliche Rotte stand ca. 122m entfernt und sicherte in alle Richtungen.

Doch sie waren jetzt übervorsichtig und sprangen letztendlich ab.

Es war ein erfolgreicher Ansitz, ein Überläufer auf der Strecke und das LEM 35 zur Beobachtung dabei. Ich muss sagen. Für den Preis ist das ein Gerät, was seines Gleichen sucht, einfach in der Bedienung, super im Handling. Was will Frau mehr!?!

 

Lieben Gruß aus dem Taunus

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Testbericht Liemke Merlin 13

Welch eine Ironie, ein Kerl von 2m Länge testet für den Jagdspezi ein Vorsatzgerät was grad mal so groß wie ein handelsübliches Feuerzeug ist. Das Merlin 13.

Frank von der Firma Jagdspezi rief mich an und fragte mich, ob ich Bock hätte, mal ein „kleines“ Gerät für ihn zu testen, um ihm meine eigene Meinung dazu mitzuteilen.

„Na klar bin ich dabei, schick raus das Teil.“

Zwei Tage später kam das Päckchen mit dem Gerät bei mir in Kirtorf an und meine Vorfreude war groß, was man mir da wohl geschickt hatte.

Mein erster Gedanke als ich das Gerät ausgepackt hatte war: “Wie soll man denn mit dem Zwerg was sehen, geschweige denn was treffen“!?!

Zwei kleine Knöpfe als Bedienungseinheit, ein Smartclip-Adapter, beides zusammen „ Geclipt“ und schon war das Gerät auf dem Zielfernrohr montiert.

Am Abend ging es dann raus ins Revier, Sauen sollten im Weizen ihr Unwesen treiben und dem wollten wir Einhalt gebieten.

Vor Ort angekommen, die Waffe durchgeladen, das Merlin war montiert, ging es Richtung Weizenfelder. Vom Weiten waren die Sauen schon gut zu hören. Man muss jetzt nicht erwarten, dass das Gerät bis zu 1000m alles sehen wird, so ist es nicht, aber auf 80 – 100m ist es brauchbar, macht es einen guten Job. Glasklares Bild, keine Verzerrung, kein Schnickschnack und das für diese Größe. Aber zurück zu den Weizenschweinen.

Bis auf 50 m angepirscht, Zielstock aufgebaut, Waffe aufgelegt, das Gerät mit einem leichten Knopfdruck eingeschaltet und das Schwarzwild angesprochen. Es war eine Überläufer Rotte, die ziemlich eng zusammen stand. Also warten bis der ein oder andere sich etwas von der Gruppe entfernt. Im Bild war jede Sau auf der kurzen Entfernung gut erkennbar. Endlich war es so weit, ein Überläufer war unvorsichtig und trennte sich von der Gruppe. 2 Minuten später brach er im Knall zusammen. Die restliche Rotte machte eine Flucht von 30 m, verhoffte, schon flog die Kugel und noch ein Keilerchen lag im Feuer.

Zwei saubere Schüsse nach Ansprechen mit dem Merlin 13 als Vorsatzgerät, können sich sehen lassen. Es war eine Überraschung was dieses kleine Gerät leistet, was man damit sehen und erreichen kann. Die Preis/Leistung ist mehr wie gut. Ein sehr handliches, leichtes und robustes Gerät, das macht was es soll.. Für den „Nahkampf“ bis 100m ist es auf jeden Fall  zu gebrauchen

 

Gruß euer Johannes aus Kirtorf

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Liemke Luchs-1 – erster Test

NEUVORSTELLUNG, Made in Germany

Liemke Luchs-1

Wir haben nun die erste Lieferung dieser brandneuen Geräte erhalten und haben uns gleich daran gesetzt dieses auf Herz und Nieren zu testen.

Das Luchs-1 kommt nicht nur in der gewohnt guten Liemke Qualität sondern setzt dabei auch noch neue Maßstäbe. Das Gehäuse besteht aus exakt gefertigtem Magnesium, welches das Luchs-1 deutlich robuster macht als so manchen Konkurrenten.

Besonders beeindruckt hat uns bei dem Luchs-1, die einfache Bedienung durch den Schalter an der Seite. Gepaart mit dem schnellen Hochfahren des Gerätes kann man sich auch in hektischen Situation vollkommen auf eine sichere Schussabgabe konzentrieren ohne sich auf den richtigen Tastendruck fokussieren zu müssen.

Aber auch die Bildqualität des Luchs-1 hat uns mehr als überzeugt. Die Kombination aus der 35er Frontlinse und dem 640px Sensor hat uns zunächst verwundert. Doch testet man es in der Praxis überzeugt diese Kombination vollends. Das Bild ist gestochen scharf und bietet einen guten Kontrast. Aber auch auf Reichweiten von 200m ist ein sicheres Ansprechen überhaupt kein Problem. Die 35er Frontlinse sorgt für ein schlankeres Design und etwas Gewichtsreduktion.

Alles in allem lässt sich sagen, dass das Luchs-1 mit 3899€ einen stolzen Preis trägt aber der Jäger der ein absolutes Top Gerät möchte und Wert auf gute Verarbeitung und Qualität setzt mit dem Luchs-1 bestens beraten ist.

 

Gruß

Euer Team Jagdspezi

 

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Hikmicro Falcon FQ50 vs Pulsar Helion 2 XP50

Zwei Wärmebild-Spotter im Vergleich*

Nach ausführlichem Vergleichen hatte ich im Juli 2023 mein bis dahin genutztes Wärmebild-Vorsatzgerät Dedal 380 gegen ein Hikmicro Thunder TQ50C 2.0 getauscht – das detailliertere Bild und das bessere Energiemanagement haben dafür den Ausschlag gegeben. Als Spotter habe ich weiterhin das Pulsar Helion 2XP50 (das es mittlerweile als PRO gibt) genutzt. Allerdings habe ich schon nach wenigen Ansitzen festgestellt, dass das Bild des Hikmicro Thunder Vorsatzgerätes dem des Pulsar Helion Spotters deutlich überlegen war: während ich durch den Spotter das im Blickfeld befindliche Stück nur als Rehwild ansprechen konnte, erkannte ich beim Blick durch das Zielfernrohr deutlich mehr Details, ich konnte sogar die Rosen und Stangen und somit das Geschlecht erkennen. Grund genug also, auch meinen bisherigen Spotter einem Vergleich mit einem aktuellen Gerät zu unterziehen.

*Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass es sich nicht um einen Vergleich zweiter Geräte derselben Leistungsklasse handelt. Solche Vergleiche gibt es im Internet an anderer Stelle zur Genüge – hier geht es um den praxisbezogenen Vergleich zwischen neuen und schon länger auf dem Markt befindlichen Modellen und der Frage, ob es sich aus Leistungsgründen lohnt, sein vorhandenes Gerät gegen ein neues Gerät zu tauschen. Ein dem Hikmicro Falcon vergleichbares Gerät wäre sicherlich das Pulsar Telos.

Wer sich heute erstmals eine Wärmebild-Kamera anschafft, ist sicherlich gut beraten, ein aktuelles Modell zu erwerben. Für alle anderen, die bereits ein älteres Modell besitzen, stellt sich hingegen die Frage, ob sich ein Gerätewechsel lohnt. Finanziell ist der Umstieg sicherlich ein Verlustgeschäft, kosten doch aktuelle Top-Geräte oft grade mal die Hälfte dessen, was ihre Vorgänger noch vor wenigen Jahren gekostet haben.

Unabhängig von geschriebenen Texten und darin veröffentlichten Bildern und Filmen zum Thema Wärmebild  sollte man die in Frage kommenden Geräte immer selbst in Augenschein nehmen. Zum einen, weil insbesondere die in den Printmedien gedruckten oder im Internet gezeigten, durch das Gerät oder über das Zielfernrohr aufgenommenen Bilder nie die Qualität erreichen, die die Geräte in Wirklichkeit bieten. Zum anderen, weil jeder Jäger Wert auf andere Eigenschaften legt – beispielsweise die Bedienung der Geräte, die Art der Montage oder auch nur das optische Erscheinungsbild.

Oftmals werden zum Vergleich der optischen Leistungen die Foto- oder Filmaufnahmen herangezogen, die man mit Geräten selbst anfertigen kann. Dabei sollte man aber bedenken, dass die letztendlich in den Medien gezeigten Ergebnisse softwareabhängig sind und einem vielfältigen Kompressionsprozess unterliegen, bis sie beim Betrachter ankommen. Grundsätzlich kann man für alle Geräte sagen, dass das „Live-Bild“ deutlich detailreicher und schärfer ausfällt.

Die  Wärmebildkameras Pulsar Helion 2 XP50 (oben) und Hikmicro Falcon FQ50 (unten). 

Erscheinungsbild, Tastenanordnung und Menüführung

In Größe, Länge und Gewicht und auch im Aufbau unterscheiden sich die beiden Wärmebildkameras deutlich. Das Hikmicro Falcon FQ50 ist rund, hat einen größeren Durchmesser, ein größeres Okular, eine runde Augenmuschel, ist etwas schwerer und liegt mir persönlich besser. Das Plusar Helion 2 XP50 hingegen ist quadratisch und schlanker, fügt sich aber nicht so gut in die Hand ein. Die assymetrisch geformte Augenmuschel hat den Nachteil, dass man sie nach dem Aufnehmen des Gerätes immer wieder in die richtige Position drehen muss.

Die Tasten sind bei beiden leicht erreichbar auf der Oberseite angeordnet. Beim Hikmicro Falcon FQ50 sind die vier Tasten unterschiedlich geformt, beim Plusar Helion 2 XP50 sind alle rund, haben aber unterschiedliche Symbole eingeprägt, um auch im Dunkeln erkennen zu können, welche man gerade bedient. Hier gefällt mir die klare Form beim Hikmicro Falcon FQ50 besser, das ist aber sicherlich Geschmackssache.

Das Hikmicro Falcon FQ50 verfügt über drei Bedienungstasten sowie eine Ein/Ausschalttaste, die hintereinander angeordnet sind.

Das Pulsar Helion 2 XP50 hat eine Bedientaste mehr, nämlich vier, und eine seitlich abgesetzte Ein/Ausschalttaste.

Bei beiden Wärmebildgeräten ist auch das Menü ähnlich aufgebaut und lässt sich nach kurzer Einarbeitung einfach und schnell bedienen. Beim Hikmicro in orange, beim Pulsar in blau abgesetzt.

Stromversorgung

Das Hikmicro Falcon FQ50 nutzt als Energiequelle einen auswechselbaren, kompakten Standard-Akku der Baureihe 18650, der mit 7 Stunden Laufzeit angegeben ist. Eine längere Laufzeit kann man aber leicht erreichen, in dem man den im Lieferumfang enthaltenen zweiten Akku mitführt. Das Laden ist mit USB-C-Kabel sowohl im Gerät wie auch in der Ladeschale möglich. 18650-Akkus gibt es auch günstig von verschiedenen Herstellern.

Das Pulsar Helion 2 XP50 wird mit dem systemeigenen, wechselbaren IPS-Akku mit einer Laufzeit von 8 Stunden betrieben. Die dafür notwendige Ladeschale ist im Lieferumfang enthalten. Der Wechselakku passt sich ergonomisch gut ins Gerät ein, ist aber relativ groß und schwer. Wer einen zweiten Akku möchte – was empfehlenswert ist – muss dafür ca. 100 € investieren.

Nach meinen beruflichen Erfahrungen mit optischen Geräten und deren Akkus kann man von den vom Hersteller angegebenen Laufzeiten mindestens 20% abziehen.

Bildqualität

Wie ich bereits eingangs schrieb – Bildvergleiche von Wärmebildgeräten lassen sich zuverlässig nur an den Geräten selbst beurteilen. Durch das Fotografieren oder Filmen mit dem Gerät selbst und der Kompression beim Hochladen ins Internet gehen viele Details verloren.

Das Hikmicro Falcon FQ50  verfügt erwartungsgemäß gegenüber dem  Pulsar Helion 2 XP50  über einen größeren Kontrastumfang, eine bessere Detailzeichnung und das Bild ist insgesamt heller.

Sonstige Features

Beide Geräte verfügen über internen Speicher mit der Möglichkeit, Fotos und Videos aufzunehmen, sowie eine Anbindung an eine App. Das Pulsar Helion 2 XP50 wird mit einer stabilen Tasche geliefert, das Hikmicro Falcon FQ50 mit einem Neoprenüberzug.

Mein Fazit

Erwartungsgemäß hat das Hikmicro Falcon FQ50 in Sachen Bildqualität durch den größeren Sensor eindeutig die Nase vorn. Man sollte aber nicht ausser Acht lassen, dass die Bildqualität des Pulsar Helion 2 XP50 immer noch sehr gut ist. Wer dieses Gerät besitzt, wird sich sicherlich schwertun, den finanziellen Verlust beim Umstieg in Kauf zu nehmen.

Hikmicro Falcon FQ50 Pulsar Helion 2 XP50
Erfassungsbereich 2600 m 1800 m
Größe 201x78x68 mm 242x75x60 mm
Gewicht betriebsbereit 636g 500g
Objektiv 50 mm / F0.9 50 mm / F1.0
Auflösung Sensor 640 x 512 640×480

Fex Ott, Oktober 2023

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Hikmicro Condor CQ50L und Hikmicro Falcon FQ50

 

Zwei Wärmebild-Spotter von Hikmicro

Vor kurzem habe ich an dieser Stelle einen Bericht über das Hikmicro Falcon FQ50 veröffentlicht, in welchem ich das Gerät mit meinem damals genutzten Pulsar Helion 2XP50 verglichen habe. Ein knappes Jahr nach Markteinführung der Falcon FQ-Serie – dem Flaggschiff der Hikmicro-Spotter – erscheint im Oktober 2023 mit der Condor CQL-Serie ein weiteres Wärmebildgerät von Hikmicro, diesmal ausgestattet mit einem Laserentfernungsmesser. Preislich liegt die Wärmebildkamera Condor CQL nur rund 200 € über der Falcon FQ – Grund genug, mir dieses Gerät einmal genauer anzuschauen.

Unabhängig von geschriebenen Texten und darin veröffentlichten Bildern und Filmen zum Thema Wärmebild  sollte man die in Frage kommenden Geräte immer selbst in Augenschein nehmen. Zum einen, weil insbesondere die in den Printmedien gedruckten oder im Internet gezeigten, durch das Gerät oder über das Zielfernrohr aufgenommenen Bilder nie die Qualität erreichen, die die Geräte in Wirklichkeit bieten. Zum anderen, weil jeder Jäger Wert auf andere Eigenschaften legt – beispielsweise die Bedienung der Geräte, die Art der Montage oder auch nur das optische Erscheinungsbild.

Oftmals werden zum Vergleich der optischen Leistungen die Foto- oder Filmaufnahmen herangezogen, die man mit Geräten selbst anfertigen kann. Dabei sollte man aber bedenken, dass die letztendlich in den Medien gezeigten Ergebnisse softwareabhängig sind und einem vielfältigen Kompressionsprozess unterliegen, bis sie beim Betrachter ankommen. Grundsätzlich kann man für alle Geräte sagen, dass das „Live-Bild“ deutlich detailreicher und schärfer ausfällt.

Die  Wärmebildkameras Hikmicro Condor CQ50L (oben) und Hikmicro Falcon FQ50 (unten).  Während das Condor durch die Anordnung der Schlaufe und deren Halterung eher für Rechtshänder gedacht ist, spielt das beim Falcon keine Rolle.

Erscheinungsbild, Tastenanordnung und Menüführung

In Größe, Länge und Gewicht und auch im Aufbau unterscheiden sich die beiden Wärmebildkameras deutlich. Das Hikmicro Falcon FQ50 ist rund, hat einen größeren Durchmesser, ein größeres Okular, eine runde Augenmuschel und ist schwerer. Das Hikmicro Condor CQ50L hingegen ist hochkant rechteckig und schlanker und trotz des zusätzlich vorhandenen Entfernungsmessers leichter. Die assymetrisch geformte Augenmuschel hat den Nachteil, dass man sie nach dem Aufnehmen des Gerätes immer wieder in die richtige Position drehen muss.

Die Tasten sind bei beiden leicht erreichbar auf der Oberseite angeordnet. Beim Hikmicro Falcon FQ50 ist die Powertaste von den anderen drei Tasten abgesetzt, beim Hikmicro Condor CQ50L sind alle auf derselben Ebene. Alle haben unterschiedliche Symbole eingeprägt, um auch im Dunkeln erkennen zu können, welche Taste man gerade bedient.

Das Hikmicro Falcon FQ50 verfügt über vier Bedienungstasten, die Powertaste ist abgesetzt.

Das Hikmicro Condor CQ50L hat ebenfalls vier Bedienungstasten in einer Ebene.

Die Menügestaltung der Condor- und der Falcon-Serie unterscheidet sich im Aufbau und in der Farbe, für meinen Geschmack ist die der Falcon-Serie etwas übersichtlicher, aber beide lassen sich nach kurzer Einarbeitung einfach und schnell bedienen. Die automatische Kalibrierung wird bei beiden Geräten geräuschlos durchgeführt.

Stromversorgung

Beide Gerät nutzen als Energiequelle einen auswechselbaren, kompakten Standard-Akku der Baureihe 18650, der für das Hikmicro Falcon mit 5 Stunden und für das Condor mit 4 Stunden Laufzeit angegeben ist. Eine längere Laufzeit erreicht man, in dem man den im Lieferumfang enthaltenen zweiten bzw. beim Condor zweiten und dritten Akku mitführt.

Das Laden ist mit USB-C-Kabel sowohl im Gerät wie auch in der Ladeschale möglich. 18650-Akkus gibt es übrigens auch günstig von verschiedenen Herstellern.

Nach meinen beruflichen Erfahrungen mit optischen Geräten und deren Akkus kann man von den vom Hersteller angegebenen Laufzeiten mindestens 20% abziehen.

Ich habe beim Hikmicro Falcon FQ50 bei aktivem Netzwerk, durchgängiger Nutzung und häufigen Foto- und Videoaufnahmen beim Ansitz bei einer Aussentemperatur von ca. 12 Grad eine Laufzeit von knapp 4 Stunden mit einem Akku erreicht.

Bildqualität

Wie ich bereits eingangs schrieb – Bildvergleiche von Wärmebildgeräten lassen sich zuverlässig nur an den Geräten selbst beurteilen. Durch das Fotografieren oder Filmen mit dem Gerät selbst und der Kompression beim Hochladen ins Internet gehen viele Details verloren.

Beide Geräten haben dem aktuellen Stand der Technik entsprechend eine hervorragende Bildqualität.

Sonstige Features

Beide Geräte verfügen über internen Speicher mit der Möglichkeit, Fotos und Videos aufzunehmen, sowie eine Anbindung an die Hikmicro Sight App. Das Falcon wird mit einem Köfferchen, Tragegurt, Handschlaufe und Neoprentasche geliefert, das Condor nur mit Handschlaufe und Neoprentasche. Das Ein- und Auspacken darin ist etwas fummelig für meinen Geschmack.

Der Objektivdeckel ist beim Condor aus Gummi, wird von einer Kordel gehalten und kann mittels integriertem Magnet an der Handschlaufe angedockt werden. Mir ist diese Lösung wesentlich angenehmer wie der Hartplastikdeckel bei Falcon und Thunder.

Der Bildschirm des Condor schaltet sich bei Schräglage automatisch ab – ein Feature, das man auch von Zielfernrohren kennt. Beim Falcon muss man dazu kurz auf die Powertaste drücken.

Mein Fazit

Bei identischen Werten von Sensor und Display unterscheiden sich die beiden Kameras in Sachen Bildqualität nicht. Das neue Condor ist etwas lichtschwächer und hat mit 3.0 eine etwas größere Grundvergrößerung, wobei aber 2.8 im Display angezeigt wird. Bemerkbar macht sich der Gewichtsunterschied von knapp 200g – bei der Pirsch freut man sich über jedes Gramm weniger, was man mitschleppen muss.

Die Entfernungsschätzung nachts auf freiem Feld ist nicht einfach – da ist das Condor mit seinem Entfernungsmesser, der bis 1000m misst, ideal geeignet. Für den Ansitz an der Kirrung im Wald – hier wird man die Versionen mit 25 oder 35 mm-Objektiv bevorzugen – reicht meines Erachtens die Falcon-Serie ohne Entfernungsmesser.

Hikmicro Condor CQ50L Hikmicro Falcon FQ50
Erfassungsbereich 2600 m 2600 m
Größe 197x60x95 mm 201x78x68 mm
Gewicht betriebsbereit 450g 636g
Objektiv 50 mm / F1.0 50 mm / F0.9
Vergrößerung 3.0 2.6
Auflösung Sensor 640×512, 12µm 640×512, 12µm
NETD < 20mK < 20mK
Betriebszeit 4 Stunden 5 Stunden

Fex Ott, November 2023

 

KategorienTestberichte

Großer Testbericht Hikmicro Wärmebild-Handgerät

Wir möchten ein dickes DANKESCHÖN an unsere passionierten Tester: hunt.together aussprechen !!!

Kim & Alex sind 2 passionierte JungJäger die Euch einen neutralen Einblick geben….

 

HikMicro – neuer Stern am Nachthimmel?

Was erwartet mich beim neuen Hersteller HikMicro ?

Wer ist HikMicro ?

HikMicro ist die Wärmebildmarke des seit 2001 im Sicherheitsbereich tätigen Unternehmen HikVision. Mit mehr als 40.000 Mitarbeitern und weltweit 59 Standorten findet sich hier viel Know- How. Dieses Know.How will HikVision mit seinen HikMicro Produkten für die Jagdbranche zugänglich machen.

Produktübersicht

HikMicro bietet für jedes Budget das passende Gerät. Die Einsteigerklasse beginnt mit dem HikMicro OWL Series 6 zum Einsteigerpreis von ca. 485€. Mit dem Topmodell HikMicro OWL Series 36 für ca. 2.690€ liefert HikMicro ein High-End Gerät mit vielen Features und herausragenden Spezifikationen.

Unser Test umfasst 5 verschiedene Modelle:

  • HikMicro OWL Series 6 – 485€
  • HikMicro Lynx LH15 – 1.299€
  • HikMicro Lynx LH25 – 1.799€
  • HikMicro OWL OH 35 – 1.999€
  • HikMicro OWL Series 36 – 2.990€

Alle Modelle verfügen über ein Wi-Fi Modul, 4 Farbmodi (White Hot, Black Hot, Fusion (Sepia), Red Hot), USB-C Anschluss und eine Foto- & Videofunktion.

Optik & Handhabung

Optisch ähneln sich die 3 Modelle:

HikMicro OWL Series 6, HikMicro Lynx LH15 und HikMicro Lynx LH25. Alle 3 Geräte sind schwarz und konisch geformt.

Sie haben jeweils 4 Knöpfe als Bedienelemente:

  1. Ein-/Ausschalter
  2. Foto
  3. Menü
  4. Zoom

Alle Modelle verfügen über ein Drehrad seitlich am Okular zur Dioptrienverstellung sowie einem Objektivklappe zum Schutz des Objektivs, welches mit einer Gummilasche am Gerät befestigt ist. Die Augenmuschel ist mit einem gummierten Ring versehen, der unserer Meinung nach hätte etwas anders ausgearbeitet sein sollen. Als Brillenträger ist dieser nicht besonders gut, eher störend.

Diese Maße & das Gewicht der 3 Geräte sind top, sie finden schnell in der Jackentasche Platz und sind sehr leicht. Das macht eine längere Nutzungsdauer sehr angenehm.

Die Modelle HikMicro OWL OH 35 & HikMicro OWL Series 36 (OQ35) unterscheiden sich optisch und von den Bedienelementen von den ersten drei Modellen.

Sie haben jeweils 5 Knöpfe als Bedienelemente:

  1. Ein-/Ausschalter
  2. Modus (Farbpalette)
  3. Foto
  4. Menü
  5. Zoom

Beide Modelle verfügen über eine Dioptrienverstellung mittels eines Drehrads an der Oberseite des Gehäuses. Das Objektiv kann durch drehen schnell scharfgestellt werden und lässt sich gut greifen und drehen. Ebenfalls ist eine Objektivklappe vorhanden die am Gerät befestigt ist. Leider hält diese nicht besonders fest und fällt leicht vom Objektiv ab. Die Maße und das Gewicht der beiden Geräte unterscheiden sich deutlich von den 3 kleineren Modellen, trotzdem lassen sich beide angenehm Verwenden.

HikMicro OWL Series 6

Preis: ca. 485€ 

Technisches:

Das HikMicro OWL Series 6, verfügt über einen 160x120px Sensor mit NETD <35 mK. Der Pitch liegt bei 17 μm.
Das Objektiv hat einen Durchmesser von 6,2mm und einer Brennweite von 1.1
Manueller Fokus am Objektiv: nein

Gewicht: 250g Akkulaufzeit: bis zu 10h

Praxisbericht:

Das Einblicken in die Wärmebildkamera könnte etwas besser sein, da das Display relativ klein ist. Zur Identifikation von Wild auf kurze Distanzen ist dieses Modell jedoch ausreichend. Bis zu 50m kann hier noch Wild angesprochen werden. Beim Pirschen lässt sich Wild auch auf etwas größere Entfernung noch aufspüren, nur zum Ansprechen muss man dann doch etwas näher ran. Das Gerät ist klein, handlich und hat eine lange Akkulaufzeit. Außerdem lässt es sich aufgrund des geringen Gewicht angenehm und lange nutzen.

 

Für wen ist sie die richtige Wahl ?
Du hast ein begrenztes Budget und jagst fast ausschließlich im Wald auf Kirrungsdistanz? Dann könnte die OWL Series 6 für dich ausreichend sein. Gehst du jedoch häufig im Feld auf die Pirsch, empfehlen wir auf ein höherpreisiges Produkt auszuweichen.

Hinweis

Bildqualität entspricht nicht zu 100% der Qualität beim Durchschauen. Die Aufnahmen sind immer etwas schlechter als das Live-Bild.

HikMicro Lynx LH15

Preis: ca. 1.299€

Technisches:

Das HikMicro Lynx LH15, verfügt über einen 384x288px Sensor mit NETD <35 mK. Der Pitch liegt bei 12 μm.
Das Objektiv hat einen Durchmesser von 15mm und einer Brennweite von 1.0 Grundvergrößerung; 1,47x

Manueller Fokus am Objektiv: nein Gewicht: 290g
Akkulaufzeit: bis zu 7,5h

Praxisbericht:

Für ca. 1.200€ erhält man eine kompakte, leichte Wärmebildkamera mit einem 12 μm Pitch der für ein sehr sauberes Bild sorgt. Auf 200m lässt sich noch gut erkennen was man vor sich hat und auf weitere Entfernungen zeigt diese Kamera noch deutlich erkennbar an, dass sich etwas vor einem befindet. Die Bildqualität ist wirklich gut und man kann viele Details erkennen. Nur auf größere Distanzen hat die Kamera ihre Schwierigkeiten.

Für wen ist sie die richtige Wahl?
Für die Jagd im Wald ist diese Kamera perfekt, aber auch für den Ansitz in Einstandsnähe. Auf 200m lässt sich Wild gut erkennen, sobald es in Schussdistanz herantritt auch ordentlich ansprechen. Wenn du nur hin und wieder auf die Pirsch gehst und eher vom Ansitz jagst bist du mit der LH15 gut beraten. Auf die Schnelle das Revier „absuchen“ funktioniert trotzdem gut, nur zum genaueren Ansprechen muss man dann näher ran.

Hinweis

Bildqualität entspricht nicht zu 100% der Qualität beim Durchschauen. Die Aufnahmen sind immer etwas schlechter als das Live-Bild.

HikMicro Lynx LH25

Preis: ca. 1.799€

Technisches:

Das HikMicro Lynx LH25, verfügt über einen 384x288px Sensor mit NETD <35 mK. Der Pitch liegt bei 12 μm.
Das Objektiv hat einen Durchmesser von 25mm und einer Brennweite von 1.0
 Grundvergrößerung: 2,45x

Manueller Fokus am Objektiv: ja
 Gewicht: 300g
Akkulaufzeit: bis zu 7,5h

Praxisbericht:

Die Lynx LH25 liefert ein richtig detailreiches Bild und kann auch auf weitere Entfernung überzeugen. Sie ist klein, leicht und handlich und bietet alles was große Wärmebildkameras auch bieten. Leider ist das Einblickverhalten in die Kamera nicht so perfekt wie bei größeren Modellen, trotzdem macht die Nutzung viel Spaß. Die Bilder zeigen deutlich wie gut die Qualität der Kamera und des Sensors ist.

Für wen ist sie die richtige Wahl?

Die Lynx LH25 ist für jeden der ein optisch sehr gutes Bild in einem kleinen, leichten Gerät sucht, genau richtig. Wenn man bereit ist für die kleinen Abmaße und das niedrige Gewicht auf ein nicht perfektes Einblickverhalten zu verzichten, dann ist man mit der LH25 gut beraten. Bei der Waldjagd, Pirsch und im Feld macht diese Wärmebildkamera eine gute Figur. Vor allem die kompakte Form macht sie sehr interessant.

Hinweis

Bildqualität entspricht nicht zu 100% der Qualität beim Durchschauen. Die Aufnahmen sind immer etwas schlechter als das Live-Bild.

HikMicro OWL OH35

Preis: ca. 1.999€

Technisches:

Das HikMicro OWL OH35, verfügt über einen 384x288px Sensor mit NETD <35 mK. Der Pitch liegt bei 17 μm.
Das Objektiv hat einen Durchmesser von 35mm und einer Brennweite von 1.0
 Grundvergrößerung: 2,3x

Manueller Fokus am Objektiv: ja
 Gewicht: 500g
Akkulaufzeit: bis zu 7h

Praxisbericht:

Die OWL OH35 ist deutlich größer und schwerer als die Lynx Produkte von HikMicro. Sie hat eine vergleichbare Größe wie viele andere Modelle auf dem Markt (Xeye, Keiler, etc.). Durch den abgeflachten Boden liegt diese aber stabiler, dadurch rollt sie nicht vom Armaturenbrett im Auto oder auf der Ablage in der Kanzel. Durch das Okular lässt sich sehr gut auf das große Display blicken. Das macht langes Beobachten angenehm. Die Bildqualität ist gut und bietet auch auf weitere Entfernung ein ausreichendes Bild um zu erkennen um was es sich handelt.

Für wen ist sie die richtige Wahl?
Alle die, die eine Wärmebildkamera im mittleren Preissegment suchen sind hier genau richtig. Das Preis-/Leistungsverhältnis der OWL OH35 ist sehr gut. Sie bietet eigentlich für alle jagdlichen Bereiche die passende Leistung. Von der Jagd im Wald bis zum Aufspüren von Wild im Feld beim Vorbeifahren. Wir können diese Wärmebildkamera auf jeden Fall allen die auf der Suche nach einer Wärmebildkamera sind empfehlen.

Hinweis

Bildqualität entspricht nicht zu 100% der Qualität beim Durchschauen. Die Aufnahmen sind immer etwas schlechter als das Live-Bild.

HikMicro O

WL Series 36 (OQ35)

Preis: ca. 2.999€

 

 

 

 

 

 

 

 

Technisches:

Das HikMicro OWL Series 36, verfügt über einen 640x512px Sensor mit NETD <35 mK. Der Pitch liegt bei 17 μm.
Das Objektiv hat einen Durchmesser von 35mm und einer Brennweite von 1.0 Grundvergrößerung: 1,4x

Manueller Fokus am Objektiv: ja Gewicht: 500g
Akkulaufzeit: bis zu 5,5h

Praxisbericht:

Optisch unterscheidet sie sich nicht von der OH35 doch der größere Sensor macht sich in der optischen Leistung deutlich bemerkbar. Bei der Revierfahrt schnell die Felder überschauen, kein Problem. Wild genau ansprechen, kein Problem. Mit der OQ35 ist man für alle jagdlichen Situation egal ob Nah oder Fern gewappnet. Wir sind hier von der optischen Leistung mehr als überzeugt. Lohnt sich der Aufpreis zur OH35? Wenn man keine Abstriche machen will, ja! Wenn man ein begrenztes Budget hat, nein.

Für wen ist sie die richtige Wahl?
Wenn du das Maximum an Qualität und keine Abstriche machen willst, dann ist die OWL Series 36 / OQ35 die passende Wärmebildkamera. Sie bietet für jedes Revier die nötige Leistung und es sollten keine Wünsche offen bleiben.

Hinweis

Bildqualität entspricht nicht zu 100% der Qualität beim Durchschauen. Die Aufnahmen sind immer etwas schlechter als das Live-Bild.

Einsatzbereiche

Gerät / Modell

Kirrung

Pirsch

Feldjagd

HikMicro OWL Series 6

•••

HikMicro Lynx LH15

•••

••

HikMicro Lynx LH25

•••

•••

••

HikMicro OWL OH 35

•••

•••

•••

HikMicro OWL Series 36 / OQ35

•••

•••

•••

Legende:
••• = sehr gut einsetzbar
•• = gut einsetzbar
• = einsetzbar
– = nicht das richtige Gerät

Smartphone App / Datenübertragung

Die Kameras verfügen über eine Foto- sowie Videofunktion. Welche per USB-Kabel oder mit der T-Vision App betrachtet oder Übertragen werden können.

Die Übertragung mit USB-Kabel ist denkbar einfach. Kamera einschalten, Kamera per Kabel mit dem Computer verbinden und schon erscheint ein Ordner mit den jeweiligen Bildern.

Soll die Kamera mit dem Smartphone verbunden werden benötigt man die T-Vision App. Das WLAN der Wärmebildkamera wird im Menü auf der Kamera aktiviert. Danach verbindet man das Smartphone mit diesem WLAN und kann nun mit der App auf die Kamera zugreifen. Man kann sich die Bilder und Videos betrachtet, aber auch das Smartphone als Display verwendet im Live- View. Das ist natürlich super, wenn man zu Zweit unterwegs ist. Die App könnte gerne etwas hochwertiger / moderner und umfangreicher sein, tut jedoch was sie soll.

Was könnte besser sein?

Natürlich gibt es auch immer Punkte die besser umgesetzt werden könnten:

HikMicro OWL Series 6, HikMicro Lynx LH15 und HikMicro Lynx LH25

  • schlechteres Einblickverhalten als die beiden großen Modelle
  • unangenehme Augenmuschel (vor allem für Brillenträger)
  • integrierter Akku, kein Wechselakku

HikMicro OWL OH 35 & HikMicro OWL Series 36 (OQ35)

  • relativ lautes Klacken des Sensors beim Justieren
  • Objektivabdeckung hält nicht fest am Objektiv
  • integrierter Akku, kein Wechselakku

Fazit

HikMicro bietet gute Qualität zu einem fairen Preis. Für jeden Einsatzbereich und jedes Budget gibt es das passende Gerät. Von der Kirrungsjagd sowie dem Aufspüren von Wild über große Feldflächen findet hier jeder das passende Gerät. Jedes Gerät hat seine Vor- und Nachteile und nicht alles ist perfekt. Trotzdem kann man die Geräte mit bestem Gewissen weiterempfehlen.
Wir hoffen, dass die Vorstellung und der Test euch weiterhilft, das jeweils richtige Gerät für dich zu finden.

KategorienTestberichte

Testbericht Dedal NV 555

Ich kann mich nur immer wieder bedanken… !

Fex, damit spreche ich Dich an… deine unabhängigen und neutralen Beiträge sind aus der Praxis und sollten jedem eine Hilfestellung darstellen. Ein dickes Dankeschön und bis zum nächsten gemeinsamen Projekt !!!

Ein Tipp von uns, schaut Euch die Website „jagd-Stromberg.de“ an, es lohnt sich !!!

Dedal NV 555

Restlichtverstärker-Vorsatzgerät

Der Markt für Nachtsichtgeräte – sei es nun Wärmebild-Vorsatzgeräte oder Restlichtverstärker – ist mächtig in Bewegung geraten. Nicht zuletzt die drohende Afrikanische Schweinepest haben den Gesetzgeber dazu veranlasst, diese Technik zur Jagd freizugeben. Leider nicht in allen Bundesländer einheitlich, und auch nur als sogenannte Dual-Use Geräte anstelle von echten Nachtzielgeräten mit eigenem Absehen.

HINWEIS: Die aktuelle Rechtslage verbietet leider – außer in Bayern, die nach wie vor eine behördliche Beauftragung erteilen – den Einsatz von IR-Strahlern in Verbindung mit Restlichtverstärkern.

Damit einhergehend hat ein immer kürzerer Produktzyklus – den es bei anderen optischen und technischen Geräten schon seit längerem gibt – auch in der Jagd Einzug gehalten. Ich sehe das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Lachend deswegen, weil die Technik sich immer weiter verbessert; wer heute noch ein Nachtsichtgerät der ersten Generationen kennt oder gar besitzt, dem werden beim Vergleich mit den heutigen Geräten die Augen ausfallen. Weinend, weil man heute ein Gerät für immerhin 6.000 € erwirbt, dessen Nachfolger bereits in den Startlöchern steht.

Vor wenigen Monaten hatte ich zwei Restlichtverstärker von Nightlux, das JSA NV M.A.U.  und das damalige Flaggschiff von Dedal, das Dedal 552 miteinander verglichen. Und dabei wäre es auch für lange Zeit geblieben, hätte nicht Frank Kleimann von Jagdspezi dermaßen vom Nachfolger Dedal NV 555 geschwärmt. Insbesondere seine Aussage, dieser Restlichtverstärker würde ohne IR-Strahler auskommen und damit der aktuellen Rechtslage entsprechen, hatte mich neugierig gemacht.

Eines vorweg – unabhängig von geschriebenen Texten und darin veröffentlichten Bildern zum Thema Nachtsicht sollte man die in Frage kommenden Geräte immer selbst in Augenschein nehmen. Zum einen, weil insbesondere die in den Printmedien gedruckten oder im Internet gezeigten, durch das Zielfernrohr aufgenommenen Bilder nie die Qualität erreichen, die sie in Wirklichkeit haben. Zum anderen, weil jeder Jäger Wert auf andere Eigenschaften legt – sei es die Bedienung der Geräte, die Art der Montage oder auch nur das optische Erscheinungsbild.

Viele Hersteller und Händler bieten neben Messen und Seminaren, wo man die Geräte in die Hand nehmen kann, auch die Möglichkeit, sich das gewünschte Modell leihweise nach Hause schicken zu lassen – insbesondere zu Corona-Zeiten eine gute Gelegenheit für ausführliche Tests.

Restlichtverstärker bauen weit nach vorne auf und verändern das Gleichgewicht einer ausbalancierten Waffe. Ein knappes Kilo mehr macht sich auf einer Pirsch durchaus bemerkbar, insbesondere dann, wenn man die Waffe immer wieder aufnehmen und absetzen muss. Es bleibt im Gesamtbild immer noch eine Krücke im Vergleich mit einem reinen Nachtzielgerät, das ja schließlich auch nichts anderes tut – nämlich die Möglichkeit bieten, eine sichere Zielsprache zu tätigen und einen sauberen Schuss anzubringen.

Restlichtverstärker Dedal NV 555.

Erscheinungsbild und Schalteranordnung

Röhren-Restlichtverstärker sind einfach zu handhaben. Die Geräte haben einen Ein/Ausschalter, einen Schärferegler und gegebenenfalls noch einen Drehregler oder Knopf für die Steuerung der Helligkeit. Es gibt kein Menü für irgendwelche Einstellungen. Die Bedienung eines externen IR-Strahlers erschöpft sich im Ein- und Ausschalten und im Verändern des Lichtkreises.

Beim Dedal NV 555 ist der Ein/Ausschalter  – der gleichzeitig die Helligkeit steuert –  als Druckknopf ausgeführt und mittig auf dem Gerät angebracht. Er ist gummiert und hat eine Erhöhung, damit man ihn im Dunkel leicht tasten kann. Durch langes Drücken wird das Gerät ein- oder ausgeschaltet, kurzes Drücken regelt die Helligkeit in vier Stufen. Weiter vorne befindet sich der Drehknopf für die Schärfeeinstellung. Dieser ist als Endlosfokussierung ohne Anschlag ausgeführt: es spielt keine Rolle, in welche Richtung man dreht, es stellt immer scharf. Eine Schiene zur Befestigung externen IR-Strahlers ist auf der linken Seiten angebracht. Das Batteriefach befindet sich rechts, der Schraubverschluss ist mit einem Fangriemen gesichert.

Beim Dedal NV 555 ist der Power- und Helligkeitsschalter auf der Oberseite angebracht. Das Batteriefach befindet sich auf der rechten Seite, links ist eine Schiene zur Befestigung eines Brackets für einen externen IR-Strahler.

Beim Dedal NV 555 kann man die Treffpunktlage per Klicks horizontal und vertikal korrigieren.

Wiederholgenauigkeit

Bei Restlichtverstärkern mit Röhre sollte sich eigentlich die Treffpunktlage der Waffe nicht verändern. Ein Kontrollschiessen vor dem ersten jagdlichen Einsatz ist dennoch Pflicht! Das Gerät sollte immer an derselben Stelle am Zielfernrohr angebracht werden und fest sitzen. Die Adapter der meisten Hersteller lassen sich mit einem Sechskantschlüssel einstellen.

Bislang musste man die Geräte bei einer Treffpunktverlagerung – wie es z.B. nach einem Sturz oder hartem Kontakt mit der Kanzelwand passieren kann – zum Händler einsenden. Beim Dedal NV 555 kann man das – analog wie bei einem Zielfernrohr – selber bewerkstelligen. Eine veränderte Treffpunktlage lässt sich einfach durch ein paar Klicks sowohl horizontal wie auch vertikal korrigieren.

Das Dedal NV 555 verfügt über vertikale und horizontale Verstellmöglichkeiten der Treffpunktlage, wie man es von Zielfernrohren her kennt.

Bildvergleich

Bei meinen bisherigen Tests habe ich immer Vergleichsbilder verschiedener Geräte an dieser Stelle veröffentlicht. Dieses Mal verzichte ich aber darauf, weil die im Internet veröffentlichten Bilder bei weitem nicht die wirkliche Qualität erkennen lassen – es gehen zu viele Details bei der Aufnahme durchs Zielfernrohr, durchs Herunterrechnen fürs Web und die Komprimierung verloren. Deshalb an dieser Stelle nochmals der Hinweis – schaut euch die Geräte bei einem Fachhändler wie Jagdspezi selbst an, um einen wirklichen Eindruck der Leistungsfähigkeit zu erhalten.

Stromversorgung

Das Gerät nutzt als Stromquelle eine CR123-Batterie. Dedal gibt eine Betriebsdauer von 60 Stunden an. Da man das Gerät nur für den Schuss einschaltet, sollte die Batterie lange halten. Ich empfehle dennoch immer eine Reservebatterie mitzuführen.

Mein Fazit

In Sachen Bedienung ist für mich die herausstechende Eigenschaft des Dedal NV 555 die Möglichkeit, die Treffpunktlage selbst korrigieren zu können. Es ist ausserdem der erste Restlichtverstärker, der in der Praxis tatsächlich ohne zusätzlichen IR-Strahler auskommt und damit den aktuell geltenden Gesetzen entspricht.  Inwieweit diese Tatsache bei den sich in ständigem Fluss befindlichen Bestimmungen von Bedeutung bleibt, muss man abwarten. Vorteilhaft ist es allemal, wenn man auf das zusätzliche Gewicht von IR-Strahler samt Bracket verzichten kann.

Bekanntlich ist das Bessere der Feind des Guten. Wer sich heute für ein Restlichtverstärker-Vorsatzgerät entscheidet, dem sei ganz klar das Dedal NV 555 ans Herz gelegt.

Fex Ott, März 2021

#jagd im Stromberg

KategorienTestberichte

Testbericht Wärmebildvorsatz GT Oberon LRF

Ein praxiserfahrener und passionierter Tester hatte den neuen Wärmebildvorsatz ca. 3 Monate im Einsatz…

Seine Meinung ist neutral und hat schon vielen Kunden geholfen… Hier findet Ihr einen guten Bericht mit seiner Erfahrung: 

Guntech Oberon LRF

Ein neues Flaggschiff auf dem Markt?
Die Technik des Wärmebildvorsatzgeräts entspricht neusten technischen Standards.
Doch hält das Gerät was es verspricht?

Auf diese Frage möchte ich in diesem Bericht genauer eingehen. Wie immer basieren alle Aussagen auf meiner persönlichen Meinung und auf meinen Erfahrungen mit dem Gerät im Jagdalltag.

Kurz zum Gerät: es handelt sich um ein Gerät welches quasi Vollausgestattet ist. Aufnahmefunktion, hohe Akkulaufzeit und die Kirsche auf der Sahne – ein integrierter Entfernungsmesser.

Zur Vollausstattung kommt außerdem die kompakte Bauweise, die intuitive Bedienung und die sehr gute Bildqualität hinzu.

Mein Bericht würde ich gerne wie folgt aufbauen:

Vom auspacken des Geräts bis zur intensiven Nutzung im Jagdalltag.

Das Gerät kommt gut verstaut in einer mitgelieferten Tasche. Die Tasche ist ausgestattet mit einem Trageriemen (optional) und guten Möglichkeiten um kleinere Sachen zu verstauen.

Das Gerät wird mit 2x 18650 Akkus betrieben. Die Möglichkeit für erschwingliche Wechselakkus ist also definitiv gegeben. Somit steht ausgiebigen Ansitzen und Pirschgängen nix im Weg.

Das Gerät kann also nun kinderleicht über die Powertaste in Betrieb genommen werden.
Die Menüführung ist so clever wie auch simpel.
Mehrere Einstellungsmöglichkeiten, verschiedene Schützenprofile und vieles mehr.

Der nächste Schritt ist das Kontrollschießen. Um das Gerät sicher auf die Optik klemmen ( Gesetzgebung bitte beachten) zu können, ist ein entsprechender Adapter – z.B von Rusan nötig.

Ich habe das Gerät an einem sicheren Ort im Revier eingeschossen. Dazu habe ich auf eine Zielscheibe ein handelsübliches Wärmepad geklebt und einen Schuss abgegeben. Noch besser ist es, eine Gruppe von beispielsweise 3 Schuss abzugeben und dann die Justierung vorzunehmen. Das Justieren wird spielend einfach über das Menü gemacht. Nach dem die Justierung erfolgt war, schoss ich erneut und war mit dem Ergebnis zufrieden. Zum Testen habe ich das Gerät einmal herunter genommen und noch einmal neu geklemmt. Auch hier war der Schuss passend. Beim klemmen sollte man jedoch darauf achten, das Gerät präzise auf die Optik zusetzen um mögliche Abweichungen zu vermeiden.

Nach dem die Waffe bzw. das Gerät schießt, habe ich mich mit dem LRF – Laser Range Finder beschäftigt.
Um diesen zu testen, habe ich mir verschiedene Punkte im Revier gesucht und gelasert. Um einen Referenzwert zu bekommen, hatte ich mein Fernglas mit LRF dabei. Die Werte stimmten auch hier bestens überein.

Mein erster Eindruck nach wenigen Stunden war sehr positiv. Ein gut funktionierendes, kompaktes und leicht zu bedienendes Gerät.

Nach dem nun alles genauestens überprüft war, konnte es mit gutem Gewissen zur Jagd gehen.

Der erste Anblick war ein Waschbär an der Kirrung auf ca 70m. Dieser war klar und deutlich zu erkennen und der LRF( Laser Range Finder) funktionierte auch tadellos. Hierbei ist anzumerken das der LRF jedoch seine Vorteile auf der offenen Feldflur ausspielt.

Nach dem an der Kirrung auch nach einer weiteren Stunde nix passierte, entschied ich mich den Neozoen zu entnehmen. Ich stellte das Gerät noch einmal scharf (Fokussierrad vorn am Gerät) und lies fliegen. Der Schuss passte und das Stück lag im Feuer. Das erste Waidmannsheil mit dem Gerät. Alles hat gepasst und überzeugte auf ganzer Linie.

Der Abend war jedoch noch jung und ich entschied mich, die Felder noch einmal abzuglasen. Nahe der Reviergrenze entdeckte ich eine Rotte Sauen. Ca 15 Stück und im Schlepptau einen Überläuferkeiler. Nach großzügigen umschlagen, kam ich langsam auf Schussentfernung. Die Rotte wechselte jedoch über die Straße ins Nachbarrevier. Nur das Keilerchen stand passend. Ich machte mich auf dem Schießstock fertig und drückte den Knopf des LRF. Eine Zahl welche ich nicht erwartet hatte, tauchte im Display auf- 140m. Mir persönlich zu weit und ich merkte, wie leicht man sich im Feld doch verschätzt. Also näher ran dachte ich mir. Leider folgte auch das Keilerchen der Rotte. Chance vorbei.

Das Gerät begleitete mich noch auf unzählige Ausgänge, sowohl im Wald als auch im Feld.
Im Feld kann ich jedem den LRF nur empfehlen. Ein absolut geniales Feature für den Feldjäger.
Verschätzen ist somit ein Tabu. Man weiß in jeder Situation wie weit das Stück entfernt steht.

Zur Jagd im Wald:

Im Wald stand ich bisher Wärmebildvorsatzgeräten skeptisch gegenüber.
Ich war der Meinung das man Bewuchs und andere Hindernisse im Ziel nur schwerlich erkennt. Ich wurde jedoch eines besseren belehrt. Durch die gute Bildqualität des Geräts erkennt man auch Hindernisse im Ziel gut. Sicherlich hat ein Nachtischgerät die Nase hier ein klein wenig vorn, aber man läuft auch mit dem WBVG nicht Gefahr durch 10 m Gestrüpp zuschießen.
Im Wald habe ich den Entfernungsmesser eher weniger gebraucht, da ich hier die Entfernungen kenne oder besser einschätzen kann.
Dennoch ist es stets ein nettes Feature die Entfernung messen zu können.

Fazit:

Mein Fazit zu diesem Gerät. Man bekommt ein Gerät welches keine Wünsche offen lässt.
Gute Bildqualität, LRF, Aufnahmefunktion intuitive Bedienung, hohe Akkulaufzeit, erschwingliche Wechsel- Akkus, Präzises Gerät und das Ganze zu einem dennoch erschwinglichen Preis. Auch die Aufnahmefunktion welche ich sehr gerne nutze, funktioniert tadellos. Man kann die Stücken also vor, während und auch nach dem Schuss filmen. Das Ganze hat mehrere Vorteile. Treffersitz, zeichnen des Stücks, Fluchtrichtung erkennen uvm..
Außerdem ist das Gerät auch als sogenanntes Dual- Use Gerät einsetzbar. Ich kann es also sowohl als Handgerät als auch als Vorsatzgerät nutzen.
Abschließend kann ich sagen, ich habe das Gerät sehr gerne im Einsatz und bin von meiner anfänglichen Skepsis gegenüber WBVG geheilt. Mit dem Gerät ist absolut waidmännisches Waidwerken möglich. Die durchdachte Technik in Kombination mit kompakter Bauweise macht es möglich, auch über weitere Strecken pirschen/jagen zu können.
Ich kann das Gerät nach intensiven Praxistests definitiv empfehlen. 


(Standardpatrone Kaliber 8x57IS als Größenvergleich)

Hinweis zur Verwendung von Wärmebildtechnik bei der Schwarzwildbejagung in NRW
Aufgrund der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) haben viele Landkreise in NRW per Allgemeinverfügung den Einsatz von Wärmebild- und Nachtsichttechnik mit Bildwandlern zur Bejagung von Schwarzwild erlaubt.
Bitte beachten Sie:
Ob eine entsprechende Regelung auch in Ihrem Jagdrevier gilt, erfahren Sie bei der zuständigen Unteren Jagdbehörde Ihres Landkreises.

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