Testbericht Wärmebildvorsatz GT Oberon LRF

Ein praxiserfahrener und passionierter Tester hatte den neuen Wärmebildvorsatz ca. 3 Monate im Einsatz…

Seine Meinung ist neutral und hat schon vielen Kunden geholfen… Hier findet Ihr einen guten Bericht mit seiner Erfahrung: 

Guntech Oberon LRF

Ein neues Flaggschiff auf dem Markt?
Die Technik des Wärmebildvorsatzgeräts entspricht neusten technischen Standards.
Doch hält das Gerät was es verspricht?

Auf diese Frage möchte ich in diesem Bericht genauer eingehen. Wie immer basieren alle Aussagen auf meiner persönlichen Meinung und auf meinen Erfahrungen mit dem Gerät im Jagdalltag.

Kurz zum Gerät: es handelt sich um ein Gerät welches quasi Vollausgestattet ist. Aufnahmefunktion, hohe Akkulaufzeit und die Kirsche auf der Sahne – ein integrierter Entfernungsmesser.

Zur Vollausstattung kommt außerdem die kompakte Bauweise, die intuitive Bedienung und die sehr gute Bildqualität hinzu.

Mein Bericht würde ich gerne wie folgt aufbauen:

Vom auspacken des Geräts bis zur intensiven Nutzung im Jagdalltag.

Das Gerät kommt gut verstaut in einer mitgelieferten Tasche. Die Tasche ist ausgestattet mit einem Trageriemen (optional) und guten Möglichkeiten um kleinere Sachen zu verstauen.

Das Gerät wird mit 2x 18650 Akkus betrieben. Die Möglichkeit für erschwingliche Wechselakkus ist also definitiv gegeben. Somit steht ausgiebigen Ansitzen und Pirschgängen nix im Weg.

Das Gerät kann also nun kinderleicht über die Powertaste in Betrieb genommen werden.
Die Menüführung ist so clever wie auch simple.
Mehrere Einstellungsmöglichkeiten, verschiedene Schützenprofile und vieles mehr.

Der nächste Schritt ist das kontrollschießen. Um das Gerät sicher auf die Optik klemmen ( Gesetzgebung bitte beachten) zu können, ist ein entsprechender Adapter – z.B Rusan nötig.

Ich habe das Gerät an einem sicheren Ort im Revier eingeschossen. Dazu habe ich auf eine Zielscheibe ein handelsübliches Wärmepad geklebt und einen Schuss abgegeben. Noch besser ist es, eine Gruppe von beispielsweise 3 Schuss abzugeben und dann die Justierung vorzunehmen. Das Justieren wird spielend einfach über das Menü gemacht. Nach dem die Justierung erfolgt war, schoss ich erneut und war mit dem Ergebnis zufrieden. Zum Testen habe ich das Gerät einmal herunter genommen und noch einmal neu geklemmt. Auch hier war der Schuss passend. Beim klemmen sollte man jedoch darauf achten, das Gerät präzise auf die Optik zusetzen um mögliche Abweichungen zu vermeiden.

Nach dem die Waffe bzw. das Gerät schießt, habe ich mich mit dem LRF – Laser Range Finder beschäftigt.
Um diesen zu testen, habe ich mir verschiedene Punkte im Revier gesucht und gelasert. Um einen Referenzwert zu bekommen, hatte ich mein Fernglas mit LRF dabei. Die Werte stimmten auch hier bestens überein.

Mein erster Eindruck nach wenigen Stunden war sehr positiv. Ein gut funktionierendes, kompaktes und leicht zu bedienendes Gerät.

Nach dem nun alles genauestens überprüft war, konnte es mit gutem Gewissen zur Jagd gehen.

Der erste Anblick war ein Waschbär an der Kirrung auf ca 70m. Dieser war klar und deutlich zu erkennen und der LRF( Laser Range Finder) funktionierte auch tadellos. Hierbei ist anzumerken das der LRF jedoch seine Vorteile auf der offenen Feldflur ausspielt.

Nach dem an der Kirrung auch nach einer weiteren Stunde nix passierte, entschied ich mich den Neozoon zu entnehmen. Ich stellte das Gerät noch einmal scharf (Fokusierrad vorn am Gerät) und lies fliegen. Der Schuss passte uns das Stück lag im Feuer. Das erste Waidmannsheil mit dem Gerät. Alles hat gepasst und überzeugte auf ganzer Linie.

Der Abend war jedoch noch jung und ich entschied mich, die Felder noch einmal abzuglasen. Nahe der Reviergrenze entdeckte ich eine Rotte Sauen. Ca 15 Stück und im Schlepptau einen Überläuferkeiler. Nach großzügigen umschlagen, kam ich langsam auf Schussentfernung. Die Rotte wechselte jedoch über die Straße ins Nachbarrevier. Nur das Keilerchen stand passend. Ich machte mich auf dem Schießstock fertig und drückte den Knopf des LRF. Eine Zahl welche ich nicht erwartet hatte, tauchte im Display auf- 140m. Mir persönlich zu weit und ich merkte, wie leicht man sich im Feld doch verschätzt. Also näher ran dachte ich mir. Leider folgte auch das Keilerchen der Rotte. Chance vorbei.

Das Gerät begleitete mich noch auf unzählige Ausgänge, sowohl im Wald als auch im Feld.
Im Feld kann ich jedem den LRF nur empfehlen. Ein absolut geniales Feature für den Feldjäger.
Verschätzen ist somit ein Tabu. Man weiß in jeder Situation wie weit das Stück entfernt steht.

Zur Jagd im Wald:

Im Wald stand ich bisher Wärmebildvorsatzgeräten skeptisch gegenüber.
Ich war der Meinung das man Bewuchs und andere Hindernisse im Ziel nur schwerlich erkennt. Ich wurde jedoch eines besseren belehrt. Durch die gute Bildqualität des Geräts erkennt man auch Hindernisse im Ziel gut. Sicherlich hat ein Nachtischgerät die Nase hier ein klein wenig vorn, aber man läuft auch mit dem WBVG nicht Gefahr durch 10 m Gestrüpp zuschießen.
Im Wald habe ich den Entfernungsmesser eher weniger gebraucht, da ich hier die Entfernungen kenne oder besser einschätzen kann.
Dennoch ist es stets ein nettes Feature die Entfernung messen zu können.

Fazit:

Mein Fazit zu diesem Gerät. Man bekommt ein Gerät welches keine Wünsche offen lässt.
Gute Bildqualität, LRF, Aufnahmefunktion intuitive Bedienung, hohe Akkulaufzeit, erschwingliche Wechselakkus, Präzises Gerät und das Ganze zu einem dennoch erschwinglichen Preis. Auch die Aufnahmefunktion welche ich sehr gerne nutze, funktioniert tadellos. Man kann die Stücken also vor, während und auch nach dem Schuss filmen. Das Ganze hat mehrere Vorteile. Treffersitz, zeichnen des Stücks, Fluchtrichtung erkennen uvm..
Außerdem ist das Gerät auch als sogenanntes Dual- Use Gerät einsetzbar. Ich kann es also sowohl als Handgerät als auch als Vorsatzgerät nutzen.
Abschließend kann ich sagen, ich habe das Gerät sehr gerne im Einsatz und bin von meiner anfänglichen Skepsis gegenüber WBVG geheilt. Mit dem Gerät ist absolut waidmännisches waidwerken möglich. Die durchdachte Technik in Kombination mit kompakter Bauweise macht es möglich, auch über weitere Strecken pirschen/jagen zu können.
Ich kann das Gerät nach intensiven Praxistests definitiv empfehlen. 


(Standardpatrone Kaliber 8x57IS als Größenvergleich)